Insel

Hiddensee

Hiddensees Wilder Norden: Steilküsten & Neuland

 

Ein Guide zu den geologischen Highlights am Dornbusch und Bessin

 

Wer Hiddensee besucht, erlebt eine Insel im ständigen Wandel. Während die Ostsee im Norden an der Steilküste unaufhörlich Land raubt, schenkt sie es der Insel im Osten am Bessin wieder zurück. Ein Ausflug in diesen Teil der Insel ist ein Muss für Natur- und Wanderfreunde.

 

Das Kliff am Dornbusch: Wo die Insel weicht

 

Das Hiddenseer Hochland bricht im Norden spektakulär zur Ostsee ab. Die bis zu 60 Meter hohe Steilküste bietet dramatische Ausblicke, ist aber auch ein Ort roher Naturkräfte.

 

Das Naturphänomen: Die Küste besteht aus weichem Geschiebemergel. Stürme und Regen sorgen regelmäßig für Abbrüche. Das abgetragene Material wandert als Sand und Sediment mit der Strömung nach Süden.

Wander-Tipp: Die Umrundung der Nordspitze (Enddorn) direkt am Spülsaum ist ein Abenteuer. Achtung: Gehen Sie hier nur bei ruhiger See und trockenem Wetter. Achten Sie auf Warnschilder wegen akuter Abbruchgefahr!

 

Der Bessin: Wo neues Land entsteht

 

Direkt östlich des Dornbuschs liegt die Doppelhalbinsel Bessin – ein Paradies für Vögel und Entdecker.

 

Altbessin: Der Weg in die Stille

 

Der ältere Teil (entstanden ab ca. 1500) ist geprägt durch weite Trockenrasenflächen und skurril geformte, kahlgefressene Weißdornbüsche – Zeugen der historischen Beweidung durch Schafe.

 

Highlight: Wandern Sie bis zur Südspitze. Dort erwartet Sie ein Beobachtungsturm, von dem aus Sie Kormorane, Reiher und im Herbst Tausende von Kranichen beobachten können.

 

Neubessin: Die unberührte Wildnis

 

Der „junge“ Teil der Halbinsel (seit 1890) ist Wildnis pur und gehört zur Kernzone des Nationalparks.

 

Besucher-Info: Der Großteil ist für Menschen gesperrt, um Brutvögeln Ruhe zu gönnen. Sie können jedoch vom Enddorn aus etwa 1,2 km am Strand entlang bis zu einem Holzzaun wandern, um einen Eindruck von dieser unberührten Sandwelt zu bekommen.

 

Insider-Tipps für Ihren Besuch

 

Kategorie I Infos & Tipps

 

Beste Zeit: Frühjahr und Herbst (Vogelzug!) oder an windigen Tagen für die dramatische Brandung am Kliff.

Ausrüstung: Festes Schuhwerk (für Geröll am Kliff) und unbedingt ein Fernglas.

Anreise: Ab Kloster zu Fuß oder mit dem Fahrrad Richtung Norden (Enddorn/Grieben).

Sicherheit: Halten Sie am Kliff Abstand zur Kante – sowohl oben als auch unten!

 

Wussten Sie schon? Die kleinen Inseln vor dem Bessin, wie die Insel Plathe, sind absolut unbewohnt und gehören allein der Natur. Bei Niedrigwasser bilden sich hier sogenannte Windwatten – Flächen, die nur durch den Wind und nicht durch die Gezeiten trockenfallen.

 

 

© I  Insel Hiddensee 360  I  Lars Arnold Photography