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Bessin
Der Bessin: Halbinsel-Juwel auf Hiddensee
Wo Hiddensee noch wächst: Altbessin & Neubessin
Entdecken Sie den jüngsten Teil der Insel! Während der Dornbusch im Norden schrumpft, schenkt die Ostsee der Insel am Bessin neues Land.
Ein Paradies für Vögel: Beobachten Sie vom Turm am Altbessin aus seltene See- und Zugvögel in ihren ungestörten Brutstätten.
Wandern zwischen den Welten: Erleben Sie den Kontrast zwischen dem offenen Trockenrasen des Altbessins und der wilden Verbuschung des Neubessins.
Geschichte zum Anfassen: Suchen Sie die alten Weißdorne – stumme Zeugen der jahrhundertelangen Beweidung durch die Griebener Hirten.
Hinweis: Bitte respektieren Sie die Grenzen der Kernzone und die Zäune zum Schutz der empfindlichen Vogelwelt.
Hiddensee ist eine Insel im Wandel. Nirgendwo wird das deutlicher als auf der Doppelhalbinsel Bessin. Hier lässt sich Geologie quasi live erleben. Was am Dornbusch durch Sturmfluten abgetragen wird, spült die Strömung hier als „Sandhaken“ wieder an.
Altbessin: Kulturlandschaft mit Tradition
Der Altbessin ist geprägt durch die Geschichte der Beweidung. Dass hier heute ein seltener Trockenrasen blüht, verdanken wir den Schafen und Rindern, die früher sogar durch das Flachwasser der Griebener Bucht hierher getrieben wurden. Die skulpturalen Weißdorne erzählen noch heute davon. Ein Weg führt Naturfreunde bis zum Beobachtungsturm, der einen Panoramablick über das Watt und die vorgelagerten Inseln bietet.
Neubessin: Wildnis der Kernzone
Ganz anders der Neubessin: Er ist die „junge Wildnis“. Da hier nie geweidet wurde, haben sich Sanddorn, Holunder und Schlehe das Land erobert. Als Kernzone des Nationalparks gehört dieses Land fast ausschließlich der Natur. Nur ein kleiner Strandabschnitt ist für Wanderer zugänglich – dahinter beginnt das Reich der Seevögel und des Vogelwarts, der dort im Sommer in einer einsamen Hütte über seine Schützlinge wacht.
Der Bessin ist eine Doppelhalbinsel im Nordosten der Insel Hiddensee und fest mit deren nordöstlichster Spitze verbunden.
Entstehung und Geologie
Die Halbinsel entstand im Laufe der letzten Jahrhunderte durch Sedimentabtragungen am Dornbusch. Dieses Material lagerte sich auf der strömungsabgewandten Leeseite der Insel in Richtung Süden wieder an.
Altbessin: Die Landzunge entstand bereits ab etwa 1500. Ihr Ursprung liegt weniger in klassischen Sandhaken als vielmehr in Sandbänken, die erst später durch Verlandung und Schilfwuchs mit Hiddensee zusammenwuchsen.
Neubessin: Dieser Bereich (auch Jungbessin oder Nordosthaken genannt) bildete sich erst ab 1890 durch strömungsparallele
Sandanlagerungen.
Beide Sandhaken sind jeweils gut drei Kilometer lang, nur wenige hundert Meter breit und ragen lediglich einige Meter über den Meeresspiegel hinaus. Sie bestehen aus Sandablagerungen und flachen Uferwiesen. Vorlagert sind mehrere kleine, unbewohnte Inseln, darunter die Insel Plathe.
Naturschutz und Zugang
Der Bessin ist unbewohnt und Teil des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft. Als bedeutendes Brutgebiet für See- und Zugvögel unterliegt er strengen Schutzbestimmungen:
Altbessin: Er ist für Besucher auf einem markierten Weg bis zur Südspitze begehbar. Dort befindet sich ein etwa vier Meter hoher Beobachtungsturm, der einen weiten Blick über die Sandbänke ermöglicht.
Neubessin: Er gehört größtenteils zur Kernzone und darf nicht betreten werden. Eine Ausnahme bildet der nördliche Teil: Vom Enddorn aus kann man etwa 1,2 Kilometer am Strand entlang bis zu einem Holzzaun wandern. Im Sommerhalbjahr wird eine kleine Holzhütte auf dem Neubessin von einem Vogelwart bewohnt.
Vegetation und Nutzung
Die beiden Teile unterscheiden sich ökologisch stark:
Altbessin (Offenland): Durch historische Beweidung mit Schafen und Rindern (z. B. von Grieben aus über das Flachwasser der Griebener Bucht) blieb das Land offen. Es bildete sich ein wertvoller Trockenrasen. Charakteristisch sind alte, kahlgefressene Weißdorne. Heute verbuscht das Areal zunehmend mit Rosen und Sanddorn.
Neubessin (Wildnis): Da hier keine Beweidung stattfand, ist der Neubessin dicht mit Sanddorn, Holunder und Schlehen bewachsen. Es dominieren Salzwiesen und Röhricht.
Die Umgebung
Tedingsinsel: Diese überwiegend mit Seggen bewachsene Insel entstand um 1800 westlich der Südspitze des Altbessins. Der trennende Wasserarm verlandet am Südende zusehends (aktuell nur noch ca. 0,5 bis 1 Meter breit).
Bessinsche Schaar: Südlich des Bessins schließt sich ein zwei Kilometer weites Windwatt mit unbewachsenen Inselchen an, das bei Niedrigwasser (ähnlich wie die Schaar südlich des Gellen) trockenfallen kann.
© I Insel Hiddensee 360 I Lars Arnold Photography